Demokratische Präsidentschaftskandidatur 2020: Rangeln um die Pole Position

Beiträge 21 - 30 von 39
  • RE: Vierte Debatte: Reaktionen

    gruener (Luddit), 17.10.2019 02:15, Antwort auf #19
    #21

    Die vierte Debatte - die ich nicht gesehen habe - scheint recht lebhaft gewesen zu sein, aber durchaus auch mit Substanz.

    was lernen wir daraus: bernie is still alive.

    was beinahe einem wunder gleichkommt, nachdem du mir schon so klar wie eindeutig und resolut selbstverliebt beschieden hattest - da ich zuvor kritisiert hatte, dass die tagesschau in ihrer berichterstattung wider besseres wissen de facto suggeriert hätte, sanders würde wohl nach seiner herz-op aus dem rennen ausscheiden, abe rmit sicherheit in absehbarer zeit nie wieder irgendeine bühne betreten - das flaggschiff des deutschen ö-r hätte diesbezüglich alles, abe rauch auch wirklich alles richtig gemacht und wohl die einzig mögliche berichterstattung gewählt. (nämlich jene der volksverdummung!)

    da aber bekanntlich die tagesschau die objektivste und wahrheitsliebendste sendung auf der ganzen welt, wenn nicht gar im kosmos ist, frage ich mich: welchen doppelgänger hat sanders' wahlkampfteam da nur auf die bühne geschickt? das kann doch nicht mit rechten dingen zugehen! hat da womöglich irgendeine transzendenz, die grüne und biden, warren, clinton etc. ähnlich doof bzw. zum kotzen findet wie ich, ihre magischen finger im spiel? ich unterstelle: so wenig paul mccartney beim album "abbey road" mitgewirkt hat, hat da gestern der von mir geschätzte bernie auf der bühne gestanden.

    ach, wie ist das schön, mal wieder ne lustige verschwörungstheorie aufzustellen... (tagesschau selbstredend ausgeschlossen)

  • RE: Vierte Debatte: Reaktionen

    Wanli, 17.10.2019 19:30, Antwort auf #21
    #22

    https://blogs.baylor.edu/artsandsciences/2015/12/11/on-don-quixote/

    was beinahe einem wunder gleichkommt, nachdem du mir schon so klar wie eindeutig und resolut selbstverliebt beschieden hattest - da ich zuvor kritisiert hatte, dass die tagesschau in ihrer berichterstattung wider besseres wissen de facto suggeriert hätte, sanders würde wohl nach seiner herz-op aus dem rennen ausscheiden, abe rmit sicherheit in absehbarer zeit nie wieder irgendeine bühne betreten - das flaggschiff des deutschen ö-r hätte diesbezüglich alles, abe rauch auch wirklich alles richtig gemacht und wohl die einzig mögliche berichterstattung gewählt. (nämlich jene der volksverdummung!)

    Glückwunsch, viel böswillig-misstrauischer kann man die völlig harmlose Wortwahl der Tageschau nicht interpretieren und viel falscher kann man meinen Einwand gegen Deine damalige Suada auch nicht zusammenfassen. Aber den Moderator von der traurigen Gestalt werden solche schnöden Verweise auf die Realität sicher auch künftig nicht vom nächtlichen Ritt gegen Riesen abhalten.

    https://thegrio.com/wp-content/uploads/2019/03/cortezomar.jpg

    was lernen wir daraus: bernie is still alive.

    Durchaus. Zwei auch national recht bekannte Abgeordnete, Ilhan Omar und Alexandria Ocasio-Cortez, haben zur Wahl Bernies aufgerufen beziehungsweise werden das am Wochenende tun.

    Just as the fourth debate was concluding, reports surfaced that at least two of the four members of the “The Squad,” a group of first-term congresswomen who are outspokenly on the left of their party and often critique their party’s leadership, would be endorsing Bernie Sanders. Specifically, Rep. Ilhan Omar of Minnesota has already officially announced her endorsement of Sanders, and Rep. Alexandia Ocasio-Cortez of New York will reportedly endorse Sanders at a rally in Queens this weekend.

    https://fivethirtyeight.com/features/how-the-aoc-and-omar-endorsements-could-hel p-sanders/

  • Veranstaltungstipp (Bernie-Bros-Edition) / Tasche leer

    Wanli, 19.10.2019 12:30, Antwort auf #22
    #23

    Heute steigt die große Party in New York, das Line-Up überzeugt.

    https://twitter.com/BernieSanders/status/1185296777974603776

    Bernie war ja in den letzten Monaten etwas ins Hintertreffen geraten in den Umfragen, wo er natürlich trotzdem noch Werte hat, von denen die meisten anderen Bewerber nur träumen können. Jetzt also der Versuch, wieder durchzustarten und den Anschluss an die Spitze zu finden. Bin gespannt (wenn auch grundsätzlich eher skeptisch).

    EDIT

    Sanders turned in arguably his best debate performance of the cycle. It was the same aggressively on-message Bernie Sanders, but with less shouting and an extra dose of humor. He came off as the most honest supporter of “Medicare for All” while Elizabeth Warren repeatedly evaded a point-blank question about its financing. He ripped Joe Biden after the former vice president claimed he was the only one onstage who’d “gotten anything really big done,” running through a litany of some of Biden’s most unsavory achievements. More important than any of this, though, may have been the news that broke in the middle of the debate: New York Rep. Alexandria Ocasio-Cortez, one of the most well-known Democrats in the country, would endorse Sanders at a Queens rally on Saturday. The rollout had the trappings of a long-canned endorsement that Sanders could use at a time when he needs it. With Elizabeth Warren entering a new phase of intense, front-runner scrutiny, now is the time.

    https://slate.com/news-and-politics/2019/10/2020-bernie-sanders-joe-biden-elizab eth-warren.html

    Es ist für Vorwahlkämpfer immer gut, ein paar Alliierte in der Tasche zu haben, die man im Bedarfsfall (bei schlechter Presse oder Erfolgen der Konkurrenz) ans Tageslicht holt, um die Stimmung zu drehen. Momentan dürfte auch tatsächlich ein guter Zeitpunkt sein, um mit einer Großveranstaltung um Aufmerksamkeit zu buhlen, da momentan alle Augen auf Warren gerichtet sind, die mittlerweile als Favoritin gilt und damit naturgemäß auch mehr Kritik auf sich zieht. Diese Dynamik will Sanders nutzen, um sich als besseren linken Kandidaten zu empfehlen, das Timing ist gut.

    Ein Problem bleibt natürlich, dass es Bernie nach wie vor nicht gelingt, über den linken Parteiflügel hinaus Verbündete zu finden. Nix gegen Moore und AOC, aber dass die beiden politisch auf einer Linie liegen mit dem Senator aus Vermont, das wusste man auch schon vor der Wahlempfehlung. Wenn es Sanders mal gelänge, zum Beispiel einen Sherrod Brown (oder ein vergleichbares Kaliber) als überraschenderen Unterstützer zu präsentieren, dann wäre das ein viel lauterer Paukenschlag.

    EDIT 2

    Joe Biden hat derweil damit zu kämpfen, dass sein Vorwahlkampf deutlich mehr Geld verschlingt, als er an Spenden einnimmt: Die Kasse leert sich zunehmend.

    Biden 2020 has just $9 million in the bank, as compared to $33.7 million for Sanders, $25.7 million for Warren, and $23.4 million for Buttigieg.

    This is bad news for Biden for two reasons. The first problem is that something is clearly wrong with his fundraising. Maybe he's not generating enough enthusiasm, or maybe he's trying to do 20th-century-style fundraising (bundlers, fancy dinners for Democratic pooh-bahs) as part of a 21st century campaign (Warren and Sanders, for example, get most of their money in small amounts and online).

    The second problem is that while it's plausible to run a presidential campaign somewhat on the cheap these days (see Trump 2016), there are limits to how far a candidate can go with that. There's a very decent chance that the nomination will be all-but-decided by Wednesday, March 4 (i.e., the day after Super Tuesday). [...]

    Super Tuesday is going to require some serious ground game in the states that vote on March 3, and some amount of advertising. If Biden is down to seven figures in the bank before having mounted any sort of campaign outside the first four states and before having purchased any advertising, how is he going to avoid being swamped by the Sanders, Warren (and possibly Buttigieg) campaigns?

    https://www.electoral-vote.com/evp2019/Pres/Maps/Oct18.html#item-6

  • Marktkritik: Biden hält sich, Sanders hält sich

    drui (MdPB), 23.10.2019 22:03, Antwort auf #23
    #24

    Beim Blick auf unseren Markt scheint die Sache klar:

    Warren führt mit 64% vor Biden 14,50 % und  "Andere" 14,4%, der Rest steht zwischen 1,5 und 4%.

    Bei der Debatte hat Warren aber einstecken müssen, Biden führt in South Carolina mit riesigem Abstand und bei den national polls in allen vier jüngsten Umfragen mit 6-10% Vorsprung auf Warren. Erstaunlich finde ich unsere Prognosen da schon.

    Wer von den "Anderen" hat denn bitteschön bessere Chancen als Biden oder Sanders? Tulsi? Amy? Andrew? Hillary?

    Warum ist Warren mit 21% durschnittlich in den Umfragen die glasklare Favoritin, wenn Sanders gerade von Endorsements und guter Debatte profitiert? Und Bidens Konkurrenten der moderaten Mitte absolut nichts von seinen Prozenten gewinnen können, selbst bei guten Ratings in der letzten Debatte?

    https://www.electoral-vote.com/evp2019/Pres/Maps/Oct23.html#item-5

  • RE: Marktkritik: Biden hält sich, Sanders hält sich

    Wanli, 23.10.2019 23:04, Antwort auf #24
    #25

    Unsere gegenwärtige Prognose ist mutig, das stimmt, Liz ist mit 64% teuer, Biden mit 15% ziemlich günstig, auch da würde ich Dir zustimmen. Völlig absurd finde ich unsere Werte aber nicht.

    Bei der Debatte hat Warren aber einstecken müssen

    Nun, das ist ja eher ein Indikator dafür, dass sie eben mittlerweile als die Kandidatin gesehen wird, die es zu schlagen gilt. Ob sie die Kritik, der sie jetzt zunehmend ausgesetzt ist, gewachsen ist, muss sich noch zeigen, das ist klar. Dass es diese Kritik gibt, spricht aber klar für ihre Stärke.

    Biden führt in South Carolina mit riesigem Abstand und bei den national polls in allen vier jüngsten Umfragen mit 6-10% Vorsprung auf Warren.

    Die genannten Umfragen sind so eine Sache. Nur mal zur Einordnung: Bernie Sanders lag vor vier Jahren in den Umfragen etwa 25% hinter Clinton. Das hat sich nach den ersten Vorwahlen, seiner nur knappen Niederlage in Iowa und dem Sieg in New Hampshire, aber dann sehr schnell geändert.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Nationwide_opinion_polling_for_the_2016_Democratic _Party_presidential_primaries#Polls_conducted_in_2015

    Und in South Carolina lag zu diesem Zeitpunkt vor 12 Jahren Hillary Clinton sehr deutlich (etwa 13 Punkte) vor Obama; die Vorwahl gewann der spätere Präsident dann mit fast dreißig Punkten Vorsprung.

    https://en.wikipedia.org/wiki/2008_South_Carolina_Democratic_primary#Polling_lea ding_up_to_primary

    Ich glaube, dass Trader gut daran tun, eher einen gründlichen Blick auf die Umfragen in Iowa und New Hampshire zu werfen. Die Werte dort entkräften nicht Deine Kritik an Bidens niedrigem Kurs (den Umfragewerten zufolge kann er sich in beiden Staaten Hoffnungen auf den Sieg machen), aber sie erklären eben auch, warum Warren hier hoch gehandelt wird, denn das Gleiche gilt auch für sie.

    https://www.realclearpolitics.com/epolls/2020/president/ia/iowa_democratic_presi dential_caucus-6731.html

    https://www.realclearpolitics.com/epolls/2020/president/nh/new_hampshire_democra tic_presidential_primary-6276.html

    Warum ist Warren mit 21% durschnittlich in den Umfragen die glasklare Favoritin, wenn Sanders gerade von Endorsements und guter Debatte profitiert?

    Einerseits steht Warren gerade in Iowa und New Hampshire besser da als Bernie, zum anderen hat sie in den letzten Wochen, wie weiter oben mal gepostet, über ihre eigentliche Basis auf der Parteilinken hinaus eben auch in den anderen Parteiflügeln zulegen können, und das traut man Sanders wohl weniger zu.

    Wer von den "Anderen" hat denn bitteschön bessere Chancen als Biden oder Sanders? Tulsi? Amy? Andrew? Hillary?

    Ich könnte mir vorstellen, dass sich der ein oder andere Trader vielleicht von den gerade umlaufenden Gerüchten behexen lässt, dass demnächst irgendein großer Fisch seine / ihre Kandidatur erklären könnte. Da ist vermutlich nichts dran, wahrscheinlich sehnen sich die Journalisten nur nach ein wenig Abwechslung, aber wer weiß?

    We’ve apparently reached the silly season of nomination politics. That’s not surprising. There is, after all, very little happening on the surface at the moment. The basic stories about most of the top candidates have been told. [...] As Nate Silver points out, this is exactly the formula that gets reporters chasing new — and potentially dubious — stories.

    And so we get late speculation about new candidates jumping into the race, fueled by quotes from big donors who aren’t thrilled with the current lineup. It’s usually safe to ignore these stories. As Dave Hopkins points out, this is likely a case of donors who have contacts among journalists and pundits and who want to promote some politician on their wish list. Is it possible someone else could still jump in? Perhaps. But it’s getting very late to mount a serious effort, and most of the evidence suggests that Democrats are pretty happy with the field of candidates they have.

    https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2019-10-23/beware-of-silly-season-202 0-campaign-reporting

  • RE: Marktkritik: Biden hält sich, Sanders hält sich

    sorros, 23.10.2019 23:56, Antwort auf #25
    #26

    Unsere gegenwärtige Prognose ist mutig, das stimmt, Liz ist mit 64% teuer, Biden mit 15% ziemlich günstig, auch da würde ich Dir zustimmen. Völlig absurd finde ich unsere Werte aber nicht.

    Ich bin überzeugt, daß der zunehmend seniler werdende Biden untergeht und zwar noch vor Beginn der Vorwahlen.
    Was Warren betrifft bin ich überzeugt, daß die Basis der Dems noch erkennt, daß die nicht gegen Trump gewinnen kann. Deshalb setzte ich auf Butigieg oder den deus ex machina.

  • RE: Marktkritik: Biden hält sich, Sanders hält sich

    Bergischer, 24.10.2019 02:03, Antwort auf #24
    #27
    Erstaunlich finde ich unsere Prognosen da schon.

    Nun läuft der "(Spiel)Markt" noch eine ganze Zeit lang und die "The Winner takes it all"  Märkte haben sowieso ihre speziellen "Eigenheiten". Eine Prognosegüte ist dabei zum jetzigen Zeitpunkt meist nur - zumindest bei mir - "zweitrangig".

    Zu meinen Einschätzungen, nachdem ich mir auch die letzte Debatte "gegeben habe":

    Wie die meisten Beobachter, sehe ich auch Pete Buttigieg als "Gewinner des Abends" - gefolgt von Amy die - wie auch wie in den Debatten vorher - überzeugen konnte . Ob allerdings die Dem-Wähler sich Pete`s Ehemann im "White House" vorstellen können, wage ich mal zu bezweifeln. Ja, Bernie war deutlich "aufgeweckter" als der "jüngere" Biden - im Sport würde man sagen: Bernie war von seinen Ärzten deutlich besser "zurecht gespritzt", aber ob das über einen längeren Zeitraum "funzt" oder der Körper irgendwann streikt?! Bei "Schlaftablette" Joe hab ich "nur" (!) rund ein halbes Duzend Aussetzer, Erinnerungslücken oder nicht verstandene Fragen gezählt - wie so jemand Trump schlagen soll bleibt mir ein Rätsel ... auch wenn die vierte Debatte vielleicht sogar seine beste war ....

    Warren hat ganz klar "Federn lassen müssen" - wie auch die polls zeigen - Im Gegensatz zu Wanli sehe ich das aber nicht als Zeichen ihrer vermeindlichen "Stärke", sondern vielmehr als "Erkärungsnotstand"   widersprüchlicher Positionen. Zur Erkärung: Bernie Sanders wurde vor der Debatte gefragt, wo er denn den Unterschied zwischen ihm und Warren sieht. Sanders: Wir sind seit 45 Jahren befreundet, aber Elisabeth ist ein "Kapitalist" und ich ein "Sozialist" !!!

    Am meisten "verloren" hat wohl Beto O'Rourke - seine "zentrale" Wahlaussage: Sturmgewehre zurückzukaufen, bzw. durch die Polizei einzusammeln "kommt nicht gut" einen Tag, nachdem ein Polizist eine unbewaffnete Frau durch die Scheibe in ihrem eigenen Haus erschossen hat - spielte gerade mit ihrem Sohn ein Computerspiel ...

    Das gilt auch für Tulsi - nach dem "Einmarsch" der Türkei in Nordsyrien und dem allgemeinen Trump-Bashing aller Dem-Kandidaten - lässt sich mit einem konsequenten "Truppen nach Hause holen" eben nicht punkten. Für mich zeigt das aber auch die "Verlogenheit" aller anderen Kandidaten. Ja, erst sollten ja unisono (Ausnahme Biden) alle Truppen "nach" Hause gebracht werden, aber auf einmal "wusste" keiner mehr von der "Forderung von gestern". "Wenn man um Hilfe gebeten wird, kann man "seine Freunde" nicht einfach "im Stich lassen" usw usw. Vergessen war auf einmal, dass fast alle Kriege dieser Welt mit einem "vermeintlichen" "Hilferuf" "legitimiert" wurden - ob Vietnam, Tschechenien und und und. Auch Warren wußte auf einmal nicht mehr, dass sie auf Trumps Truppenabzug Ankündigung im Senat mit lautem "Standing Ovation" reagiert hatte - Die Antworten auf die derzeitige Situation in Nordsyrien sind eben komplexer und "ehrliche" gerade nicht populär.

    Und auch Tulsis deutlich vorgetragene Kritik an der Moderation, bezüglich öffentlicher Frage/Debatte über Alter und Gesundheitszustand der älteren Kandidaten .... wird nicht von jedem so geschätzt (wie von mir) ;-) - das "Mädchen" ist eben "stracks gradus" - wie wir in Köln sagen ...

  • Electability / Maschinengötter

    Wanli, 24.10.2019 10:05, Antwort auf #27
    #28

    Wie die meisten Beobachter, sehe ich auch Pete Buttigieg als "Gewinner des Abends"

    ------

    Deshalb setzte ich auf Butigieg oder den deus ex machina.

    Mayor Pete war hier lange ja so spottbillig, dass man sich den schon zur Beimischung ins Depot holen konnte; habe ich auch gemacht. Die Chancen, dass die Aktie an Wert gewinnt, schätze ich gar nicht mal so gering ein angesichts von Petes gut gefüllter Kriegskasse und seinen recht ordentlichen Werten in Iowa. Dass er am Ende dann die Krone aufsetzt, ist allerdings doch eher unwahrscheinlich, denke ich.

    I think Buttigieg still has a shot at winning the nomination. Not a big chance, but far more than I would’ve anticipated given his profile as a candidate. He’s polling well in Iowa and New Hampshire, and if he gets good results in them, he might find himself among the last group of competitive candidates for the nomination. So I’d say he’s about as well-positioned as he could be, given everything else.

    https://fivethirtyeight.com/features/so-about-that-buttigieg-surge/

    Beim deus ex machina bin ich zunehmend skeptisch. Ich glaube sehr wohl, dass Clinton die Vorwahlen sehr intensiv verfolgt hat; wenn die KandidatInnen dann allesamt ein miserables Bild abgegeben hätten und die Basis sich die Haare gerauft hätte, wäre sie, davon bin ich überzeugt, noch in den Ring gestiegen. Aber, wie oben bereits zitiert: Die Basis scheint ganz glücklich mit der Auswahl, die sie jetzt schon hat.

    Dazu gab es ja immer wieder Befürchtungen, aufgrund der großen Zahl der Konkurrierenden könne am Ende keiner in die Nähe einer Mehrheit kommen, worauf man dann einen Konsenskandidaten suchen müsste, um eine zerstrittene Partei halbwegs zu einen. Auch das scheint mir aber unwahrscheinlicher geworden zu sein, da mittlerweile nur wenige KandidatInnen signifikanten Zuspruch erhalten.

    Was Warren betrifft bin ich überzeugt, daß die Basis der Dems noch erkennt, daß die nicht gegen Trump gewinnen kann.

    ----

    Warren hat ganz klar "Federn lassen müssen" - wie auch die polls zeigen - Im Gegensatz zu Wanli sehe ich das aber nicht als Zeichen ihrer vermeindlichen "Stärke", sondern vielmehr als "Erkärungsnotstand" widersprüchlicher Positionen.

    Steile These, dass Warren nicht gegen Trump gewinnen könne. Das sehe ich nicht so, warum vermutest Du das, sorros?

    Zu den "widersprüchlichen Positionen": Da sehe ich eigentlich nur eine, nämlich in der Gesundheitspolitik. Sie peilt ja wie Bernie eine staatliche Krankenversicherung an, lässt im Gegensatz zum Vermonter aber wichtige Details offen.

    Warum das so ist, liegt auf der Hand: Der linke Flügel der Demokraten liebt die Idee eines amerikanischen NHS, der Rest der Partei ist aber skeptischer und die GOP würde es abfeiern, wenn man im Wahlkampf den Leuten erzählen könnte, dass die demokratische Konkurrenz allen Bürgern ihre private Krankenversicherung wegnehmen und dafür ordentlich Steuern erhöhen wolle - das ist nämlich Bernies Vorschlag.

    Jetzt kann man natürlich sagen: Der Bernie sagt klipp und klar, was er will, Liz ist dagegen die typische Politikerin, die sich Hintertüren offen hält. Ja, aber: Selbst wenn die Demokraten die Mehrheit im Senat zurückgewinnen, wird Bernies Medicare for all niemals verabschiedet werden. Nach der Wahl Obamas stellten die Demokraten sechzig Senatoren und es war ein langwieriges Gewürge, bis man endlich den Affordable Care Act verabschiedet hatte. Das bedeutet: Ja, Warren ist geschmeidiger als Sanders, was ihre politischen Positionen angeht. Und genau das wird im Wahlkampf wie an der Regierung nötig sein.

    Mir fällt noch jemand ein, der sich schwer tat, sich auf die Details der von ihm angestrebten Gesundheitsreform festzulegen: Barack Obama. Der hat dann als Präsident die größte Gesundheitsreform seit einem halben Jahrhundert durchgesetzt, deren positiver Effekt auch darin deutlich wird, dass die GOP es trotz Präsidentschaft und Mehrheiten in beiden Kammern nicht geschafft hat, sie zurückzunehmen, weil sonst selbst ein Teil der eigenen Basis revoltiert hätte. Wenn Liz im Weißen Haus ähnliche Duftmarken setzen könnte, wär ich zufrieden und der Großteil der Parteibasis vermutlich auch.

    Bei "Schlaftablette" Joe hab ich "nur" (!) rund ein halbes Duzend Aussetzer, Erinnerungslücken oder nicht verstandene Fragen gezählt - wie so jemand Trump schlagen soll bleibt mir ein Rätsel ...

    Die Aussetzer sind halt das Damoklesschwert, das immer noch über Biden schwebt, und letztlich der Grund, warum er in unserem Markt nicht gleichauf mit Warren liegt: Es kann halt bei jedem öffentlichen Auftritt passieren, dass Joe mal völligen Stuss redet. Der bei der zweiten oder dritten Debatte geäußerte pädagogische Hinweis, afroamerikanische Eltern sollten doch nachts öfter mal den Plattenspieler laufen lassen, war allerdings offenbar noch nicht wirr genug, aber wie gesagt: Das Hirn ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch.

    Tulsi

    Tulsi kürzlich über Clinton:

    “You, the queen of warmongers, embodiment of corruption, and personification of the rot that has sickened the Democratic Party for so long, have finally come out from behind the curtain,” Gabbard wrote.

    https://www.vox.com/policy-and-politics/2019/10/19/20922122/hillary-clinton-tuls i-gabbard-queen-warmongers-russia-2020-election

    Über die Dame sollten wir in diesem Thread nicht mehr diskutieren, sondern allerhöchstens unter dem Thema "republikanischer Wahlkampf". Kritik ist das eine, Dämonisierung etwas anderes. Mein Tipp: In nicht allzu ferner Zukunft wird Gabbard in irgendeinem stramm rechten Medium die Rolle einnehmen, die einst Glenn Beck gespielt hat.

    EDIT

    Zur These, Warren habe keine Chance gegen Trump, habe ich mal nach Zahlen gesucht und einige im Oktober veröffentlichte Umfragen gefunden, die verschiedene Demokraten gegen Trump abfragen. Vorab: Solche Umfragen gelten eher als fragwürdig ein Jahr vor der Wahl. Aber sei's drum, wir haben wohl momentan keinen besseren Indikator.

    CNN: Biden 53, Trump 43 / Warren 52, Trump 44 / Sanders 52, Trump 43 / Buttigieg 50, Trump 44

    Emerson: Biden / Warren / Sanders je 51, Trump 49

    FOX: Biden 50, Trump 40 / Warren 50, Trump 40 / Sanders 49, Trump 40

    Quinnipiac: Biden 51, Trump 40 / Warren 49, Trump 41 / Sanders 49, Trump 42

    https://www.realclearpolitics.com/epolls/latest_polls/general_election/

    Ehrlich gesagt: Gravierende Unterschiede sehe ich hier nicht.

    EDIT 2

    Ein Artikel über die Unzufriedenheit zentristischer Demokraten mit dem Verlauf der Vorwahlen und ihren unrealistischen Traum von einem Überraschungskandidaten als Retter vor den Parteilinken. In Gänze lesenswert, hier das Fazit:

    Biden is (almost certainly) the Establishment’s only hope.

    And that’s good news for Democrats who are hoping for “big, structural change.”

    http://nymag.com/intelligencer/2019/10/democratic-donors-bloomberg-clinton-miche lle-obama-biden.html

  • Quotenqueen

    Wanli, 24.10.2019 16:22, Antwort auf #28
    #29

    Was es nicht alles gibt: RCP hat auch einen Durchschnitt der Wettquoten von acht verschiedenen Buchmachern; genauer gesagt listet man die (von den Bookies geschätzte) Chance auf den Vorwahlsieg auf, die sich daraus ableiten lässt. Momentan:

    Warren 42,4 / Biden 26,5 / Buttigieg 11,5 / Sanders 11,4 / Harris 3,6

    https://www.realclearpolitics.com/elections/betting_odds/democratic_2020_nominat ion/

  • Biden Blues

    Wanli, 27.10.2019 09:41, Antwort auf #29
    #30

    Der Washington Examiner ist ein konservatives Blatt, aber jüngste Neuigkeiten die Biden-Familie betreffend scheinen erstmal glaubhaft: Im Jahr 2007 soll sich Senator Biden für zwei Projekte eingesetzt haben, für die der Sohn als Lobbyist warb.

    Joe Biden privately contacted the Department of Homeland Security and the Department of Justice when he was a senior and influential U.S. senator to discuss issues that his son Hunter’s firm was being paid to lobby on, according to government records.

    https://www.washingtonexaminer.com/politics/biden-outreach-to-dhs-and-doj-overla pped-with-work-by-son-hunters-lobbying-firm

    Wenn das stimmt, dann ist es lange her: Bidens Sohn gab seine Lobbyistentätigkeit für die genannte Firma auf, als Senior Vizepräsidentschaftskandidat wurde; Joes Versuche der Einflussnahme (wenn es sie gab) waren auch nicht illegal.

    Ein unangenehmes Geschmäckle hat das Ganze natürlich trotzdem. Zudem hilft es den mit den Rücken zur Wand stehenden Verteidigern des Präsidenten insofern, als man mit solchen Geschichten prima den Eindruck erwecken kann, es sei doch völlig verständlich, die Familie auf korrupte Praktiken abzuklopfen. Zwar sollten sie eigentlich keine Auswirkungen auf das Impeachmentverfahren haben: Hier geht es um die Nötigung einer ausländischen Regierung und den Versuch, diese gegen einen innenpolitischen Rivalen zu instrumentalisieren; zudem hat Joe sich die Ukraine betreffend nach allem, was wir wissen, völlig korrekt verhalten.

    Aber Geschichten wie die genannten machen es eben etwas einfacher, den Kern der Vorwürfe zu verschleiern. Ärgerlich.

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